Aus der Vereinsgeschichte
1861
Am 28. Januar 1861 wurde anlässlich einer Namenstagfeier im Anwesen Haus Nr. 208 (jetzt Hauptstr. Nr. 52) auf Anregung der damaligen Lehrer Stempel und Hummel der Grundstein zur Bildung eines Gesangvereines gelegt.
Nach erfolgreicher Mitgliederwerbung konnte schon kurze Zeit später die Vereinsgründung vorgenommen werden. Getreu dem Wahlspruch „wie schön ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander sind“, gab man dem Verein den Namen „Eintracht“, der bis heute erhalten ist.
Die genannten Lehrer erboten sich, die Dirigentschaft unentgeltlich zu übernehmen.
Für die Abhaltung der Gesangstunden stellte die Gemeinde einen Schulsaal mit kostenfreier Heizung und Beleuchtung zur Verfügung.
Als erste Chorliteratur wurde das Abt’sche Liederbüchlein auf Kosten der Mitglieder angeschafft, da in der Vereinskasse noch kein Geld vorhanden war.
1885
Bereits 24 Jahre nach der Gründung wurde unter Leitung von Herrn Lehrer Schmitt, der als lebensfroher Mensch und tüchtiger Dirigent mit neuen Ideen dem Vereinsleben wieder Auftrieb brachte, das 25-jährige Jubiläum, verbunden mit der Fahnenweihe, festlich begangen. Die Veranstaltung, an der viele auswärtige Vereine teilnahmen, fand am „Serrekräutl“ (heute Dammstraße) statt. Als begeisterter Liebhaber der Chormusik hielt Dirigent Schmitt auch die Festrede. Er konnte dabei die anwesenden Gäste in besonderer Weise von der Bedeutung und Erhaltung des deutschen Liedgutes überzeugen.
In der Folgezeit musste der Verein, insbesondere durch ortspolitische Veränderungen, Rückschläge hinnehmen. Der damalige Gemeinderat und auch der Pfarrer untersagten dem Verein die Nutzung des Schulsaals für die Abhaltung der Gesangsstunden. Zur Bewältigung dieser Schwierigkeiten wurde in der Generalversammlung 1891 die Gastwirtschaft „Zur Sonne“ erstmals zum Vereinslokal gewählt.
1911
Im Jahr 1911 wurde das 50-jährige Jubiläum festlich begangen. In der Vereinschronik ist darüber nur wenig aufgezeichnet. Bekannt ist, dass der Chor unter der Leitung von Herrn Lehrer Willich stand und als 1. Vorsitzender Karl Ertel fungierte.
Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges im Jahre 1914 ging das Vereinsleben in gewohnter Weise weiter. Der Verein umfasste damals 38 Aktive, 28 passive und 6 Ehrenmitglieder sowie 25 Frauen und Mädchen, also insgesamt 97 Mitglieder.
Während des Krieges ruhte das gesamte Vereinsleben. Im Jahre 1919 formierte sich der Verein neu. Von insgesamt 62 gefallenen Neuburger Bürgern betrauerte der Verein 10 Sänger.
Die Jahre 1919 bis 1935 zeigten den Verein immer wieder bei kulturellen Veranstaltungen oder anderen festlichen Anlässen als erfolgreichen Vertreter des Chorgesanges; ganz besonders während der 7-jährigen Chorleitung von Herrn Lehrer Louis in der Zeit von 1923 bis 1930.
1936
Die Gestaltung des 75-jährigen Vereinsjubiläums, verbunden mit der Fahnenweihe am 24.05. 1936, fiel in die Wirkungszeit des 1988 verstorbenen Ehrenvorsitzenden und Altbürgermeisters Albert Vollmer, der dem Verein 25 Jahre lang vorstand. Im Mittelpunkt des Jubiläums stand ein Wertungssingen, an dem sich 14 Gesangvereine aus der näheren Umgebung beteiligten.
Unter seiner engagierten und bewährten Führung setzte der Verein seine erfolgreiche kulturelle Tätigkeit in Neuburg bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges im September 1939 fort. Von da an ruhte wiederum das gesamte Vereinsleben. Der Verein verlor in diesem Krieg an Gefallenen und Vermissten 20 Mitglieder. Die Vereinsfahne und ein großer Teil des Notenmaterials etc. sind ebenfalls dem Kriegsgeschehen zum Opfer gefallen.
1947
Der in 85-jähriger Tradition gewachsene Sängergeist erwachte schon bald nach Kriegsende zu neuem Leben. So wurde mit Genehmigung der französischen Militärregierung im Frühjahr 1947 der Singstundenbetrieb wieder aufgenommen.
Als Dirigent wurde Herr Lehrer Bark, der mit der Geige die Lieder einstudierte, verpflichtet.
1948 folgte ihm Hans Cuntz aus Maximiliansau für ein Jahr. Nach verhältnismäßig kurzer Zeit zählte der Verein 102 Mitglieder, davon 49 Sänger. Als weitere Chorleiter wurden 1949 Adolf Behle und 1951 Heinrich Goßmann, beide aus Karlsruhe, verpflichtet. Obwohl beide infolge Todesfall nur wenige Jahre in unserem Chor wirken konnten, fielen in diese Zeit doch einige schöne Erfolge z. B. der 1. Preis der Sonderklasse als beste Tagesleistung beim Preissingen der Concordia Wörth 1955. Nach der Ernennung von Albert Vollmer zum Ehrenvorsitzenden übernahm Willy Kuntz für die Jahre 1958, 1959 und 1962 das Amt des 1. Vorsitzenden.
1961:
Unter dem 1. Vorsitzenden Willy Ulm und dem seit 1956 tätigen Chorleiter Erwin Kossakowski wurde das 100-jährige Vereinsjubiläum mit Fahnenweihe 1961 festlich begangen. Die Patenschaft für die neue Fahne mit dem Wahlspruch "Dem Wahren, Guten, Schönen soll unser Lied ertönen", übernahm die Sängervereinigung Neuburg.
In das Jubiläumsjahr fiel auch die Verleihung der Zelterplakette durch den Bundespräsidenten. Das Bild

zeigt den Verein im Jahr seines 100jährigen Bestehens. Die Aufnahme entstand am Bruchloch auf dem Hauptrheindamm in der Nähe des Dammwachhauses.
Das große musikalische Können und die Fachkenntnis der Chorliteratur bis hin zu Oper und Operette ließen Erwin Kossakowski in den 18 Jahren seines Wirkens stets die richtige Auswahl treffen um das Leistungsvermögen des Chors voll zur Geltung zu bringen. Dies gilt auch für den unter seiner Leitung zur ständigen Einrichtung gewordenen gemischten Chor.
Unter der Führung der 1. Vorsitzenden' Hugo Stuppert ab 1963, Rudolf Hessert ab 1968 . und Rolf Delb ab 1982 wurde das bisherige Jahresprogramm erfolgreich fortgesetzt und durch weitere gesellige Veranstaltungen, wie Spießbraten und Weinabend ergänzt. Ab dem Jahr 1970 sind außerdem Informationsreisen in europäische Hauptstädte, z. B. Berlin, Paris, Wien, London, Stockholm, Budapest und andere interessante Reiseziele ins Programm aufgenommen worden.
Im musikalischen Bereich waren ab dem Jahr 1973 vorübergehend die Chorleiter Winfried Quarz, Helmut Naab und nach seiner Ausbildung als Nachwuchschorleiter Klaus Hessert von 1979 bis 1986 verantwortlich. Mit großem Engagement machte Klaus Hessert sich daran, den Männerchor und den gemischten Chor wieder an gute Lejstungen heranzuführen. Daß ihm dies in seiner 8-jährigen Amtszeit gelungen ist, zeigten die öffentlichen Auftritte in den Wertungssingen 1980 und 1984. Besondere Erwähnung soll hier das Konzert anläßlich des 120jährigen Jubiläums finden, bei dem der Verein aus den Händen von Herrn Landrat Stöckle den Wappenschild des Landes Rheinland-Pfalz erhielt.
1986:
Unter Beteiligung von rund 60 Vereinen wurde im Jahr 1986 das 125-jährige Jubiläum festlich begangen. Als erster Höhepunkt im Jubiläumsjahr ist das Konzert am 12. April 1986 zu nennen, bei dem sich die drei Chorgattungen des Vereins besonders auszeichnen konnten. Die Festtage, die in der Zeit vom 6. bis. 9 Juni 1986 stattfanden, waren der Freude am Chorgesang gewidmet und mit Freundschaftssingen ausgefüllt. Für einen würdigen Ausklang sorgten die Neuburger Vereine im Rahmen eines Sängerwettstreites unter dem Titel "Singendes, klingendes Neuburg". Zum Ende des Jubiläumsjahrs übernahm Chordirektor Dieter Hengst aus Friedrichstal die musikalische Leitung des Chores. Unter seiner Stabführung konnten weitere Höhepunkte im konzertanten Bereich der Chormusik gesetzt und 1997 das 10-jährige Chorleiterjubiläum begangen werden. Auch in der Vereinsführung gab es 1991 einen Wechsel zu Hans Zoller, der als neuer 1. Vorsitzender gewählt wurde. Mit dieser bewährten Mannschaft, zu der selbstverständlich alle Vorstandsmitglieder gehören, geht der Verein heute mit drei Chorgattungen zuversichtlich an die kommenden Aufgaben heran, in der Hoffnung, daß auch im nächsten Jahrtausend die Liebe und die Begeisterung zum Chorgesang erhalten bleiben. In den nachstehendem Foto stellen sich die Sängerinnen und Sänger nach heutigem Stand vor.
1996
Gründung der Modern Harmony unter der Chorleitung von Dieter Hengst. Im Jahr 1998 übernimmt Stefan Knehr aus Jockgrim den Chor. Unter seiner Leitung entwickelt sich das Repertoir in dem für diesen Zeitraum der bommenden jungend Chöre im typischen Stil. Es werden fetzige Rocksongs und witzige deutsche Schlager interpretiert.
2001
140 Jahr Feier mit 5 Jahre Modern Harmony. Ein buntes und interressantes Programm wird auf dem Schulplatz den Gästen aus der Region dargeboten.
2002 trennt sich Stefan Knehr asu privaten Gründen von dem jungen Chor. Wir können in diesem Jahr unseren heutigen Dirigenten Uli Kofler verpflichten. Mit Ihm ändert sich das Repertoir. Viele seiner Arrangements sind von ihm selbst überarbeitet und gestaltet worden. Es entwickelt sich ein eigener Stil. Es werden Lieder aus den frühen zwanziger Jahren gesungen, denen man Ihr "Alter" gar nicht anmerkt. Auch die aktuellen Zeitnahen Lieder werden mit Ihm weiterhin aufgeführt.
2006
145 Jahr Feier und 10 Jahre Modern Harmony. Ein Fest das es zu feiern gilt.